Knapp 1.000.000 m² Büro-Leerstand in Hamburg

Wer sich für das Thema Büroleerstand – in Zusammenhang mit der immer präsenten Wohnungsknappheit hier in Hamburg – interessiert, der sollte sich heute Abend im Münzviertel einfinden. Genauer gesagt im Food Coop
Tante Münze.

Das Motto dort ab 20 Uhr: Zuhören – Mitreden – Bauch vollschlagen!

FoodCoop Tante Münze
Norderstraße 71
Münzviertel

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Günstige Wohnung zu vermieten

Na, hat nicht jemand Lust auf eine reizende kleine Wohnung (32 qm) in zentraler, gefragter und begehrter Wohnlage? Für schlappe 740 EUR Monatsmiete? Was, wieso denn nicht? Sind doch nur lächerliche 23,13 EUR pro Quadratmeter für eine Wohnung, die kaum Fenster, dafür aber viele Dachschrägen hat. Schnäppchen!

Schön auch, dass diese Art von Wohnraumschaffung staatlich gefördert wird…

St. Pauli Music Hall und Gentrifizierung im Allgemeinen

Jaja, die ‚Beteiligung der Öffentlichkeit’… sie hat so ihre Tücken. Die Springer-Presse schrieb heute, dass „der Bezirk einen Weg der öffentlichen Information wählte, den heute Politiker hinter vorgehaltener Hand als Desaster beschreiben.“

Mit anderen Worten: man hätte einfach die Bulldozer alles platt machen lassen sollen. Basta.

Mich wundert diese Einstellung nur bedingt. Viele sind sich gar nicht darüber bewusst, dass die Stadt Hamburg dabei ist, jede der Stadt gehörende (Grün-)Fläche an den Höchstbietenden zu verscherbeln. Und das schon lange nicht mehr nur in Gebieten wie St. Georg oder St. Pauli.
In Barmbek-Süd und Uhlenhorst z.B. werden en masse öffentliche Grünflächen verkauft. In einem Fall obwohl der ehemalige Besitzer der Fläche – Herr Averhoff – in seinem Testament verfügen ließ, dass er das Gelände nur unter der Voraussetzung der Stadt Hamburg hinterlässt, wenn es entweder öffentlich oder sozial genutzt würde. So findet man dort unter anderem ein Pflegeheim, einen Kindergarten, einen normalen Spielplatz sowie einen Kinder-Bauspielplatz. Außerdem auf dem Gelände: ein denkmalgeschütztes ehemaliges Waisenhaus (später Jugendheim), welches nun in Eigentumswohnungen umgewandelt wird…
Wer im schicken Palais Averhoff residieren möchte, sollte eine knappe halbe Million Euro übrig haben. Wenn DAS nicht sozial ist, dann weiß ich auch nicht. Aber Herr Averhoff wird sich sicher im Grab umdrehen.

In der Tat ist es in zentralen Gegenden quasi unmöglich geworden, in irgendeine Himmelsrichtung zu blicken, ohne auf ein halbes Dutzend Baukräne zu schauen. Trotzdem gibt es einen Mangel an 40.000 Wohnungen. Wie kann das sein? Ganz einfach: gebaut werden nur noch Büros, die dann leerstehen und exklusive Eigentumswohnungen. Die CDU (plus GAL) machen’s möglich.

Aber um aufs Thema Rindermarkthalle zurück zu kommen: am 25.11.2010 kann man sich im so genannten Ballsaal (am St. Pauli Stadion) einfinden, sofern man sich an der Planung beteiligen möchte. Ab 17 Uhr ist Einlass. Und für all jene, die der wahre Grund der Eskalation im bisherigen Planungsverfahren interessiert: die St. Pauli Music Hall GmbH wurde bereits zig Monate vor der ‚Beteiligung der Öffentlichkeit‘ gegründet. Somit war die Integration der Bevölkerung und angeblich ergebnisoffene Diskussion mit den Anwohnern von Anfang an eine Farce.

Im Falle Averhoff weiß das Bezirksamt angeblich auch nichts von einem Testament. Wer’s glaubt…

Nachdem das nervige Grünzeug erstmal gerodet war, musste nur noch der Luftschutzbunker weggestemmt werden. Dann konnte es losgehen…… mit dem Bau der über 400.000 EUR teuren „Sozialwohnungen“ auf dem Averhoff-Gelände. Nicht im Sinne des Namensgebers.

Quelle Zitat: Hamburger Abendblatt „Alte Rindermarkthalle: St. Pauli Music Hall ist ungewiss“ vom 09.11.2010