Hurra, wir sparen uns reich

„ausgewogen, fair, gerecht“ – so nennt Westerwelle das schwarz-gelbe Sparpaket. Also, ich weiß ja nicht, von welchem Sparpaket er da redet. Das Sparpaket, welches gestern vorgestellt wurde, ist jedenfalls eine ausgewogene Katastrophe.

Meines Erachtens wäre es sogar ausgewogener, fairer und gerechter gewesen, die Mehrwertsteuer zu erhöhen.

Aber wie Ole von Beust vorletzte Woche bereits hübsch zusammenfasste, haben WIR über unsere Verhältnisse gelebt. Natürlich haben wir das. Nachdem WIR die Banken gerettet hatten, die an ihrer Gier zu ersticken drohten, waren WIR in Partylaune. So ein überdimensioniertes Heimlich-Manöver macht einfach Lust auf mehr! Also haben wir noch die Griechen aus ihrem Sumpf gezogen. Ist doch Ehrensache. Man kann ja nicht ein fünfköpfiges geldvernichtendes Monster füttern, und das andere nicht. Das wäre weder ausgewogen, noch fair, noch gerecht. Die Tatsache, dass fast jeder zweite Grieche komplett falsche Angaben in seiner Steuererklärung macht, sollte dabei nicht überdramatisiert werden. Genausowenig wie die dort herrschende Korruption.

So schaufeln wir also die Milliarden durch die Gegend und dürfen als Dank ausgewogen sparen. So ausgewogen gar, dass die Banken selbst einen Mini-Anteil übernehmen. Wie nett! Bis 2014 sollen sie immerhin 6 Milliarden beisteuern. Der Arbeitsmarkt (z.B. ALG II) hingegen 29,5 Milliarden. Klingt doch ausgewogen, oder?