Das Leben ist…


Einen guten ‚Anwesenheitsbericht‘ zur gestrigen Veranstaltung auf dem Hamburger Rathausmarkt findet ihr hier. Ich stimme nicht unbedingt zu 100% mit Hanseschorsch überein, aber zu 99%. Und das ist eigentlich genug… if you know what I mean.

*schnief*

Vandana Shiva beim Kampnagel Sommerfestival

Am Dienstag war ich beim Vortrag von Vandana Shiva im Rahmen des Kampnagel Sommerfestivals 2011.

Die Themen, die die Wissenschaftlerin, Aktivistin und Trägerin des Alternativen Nobelpreises u.a. berührte: Biodiversität, Allgemeingüter und Nachhaltigkeit.

Sie hat zum Beispiel darüber berichtet, dass in Indien in den letzten zehn Jahren 250.000 Bauern Selbstmord begingen. Der Grund: Die Preise für Saatgut sind in den letzten Jahrzehnten von 5 Rupees/kg auf 4.000 Rupees/kg gestiegen.

Früher gab es in Indien 200.000 verschiedene Sorten Reis und 150.000 verschiedene Sorten Baumwolle. Heute, dank der Gentechnik und dem Patentrecht auf genmanipuliertes Saatgut (!), gibt es quasi nur noch eine einzige verbreitete Baumwollsorte. Genmanipuliert und unter Patentschutz, versteht sich. Frau Shiva sagt weiter: „wie kann es sein, dass man Saatgut überhaupt patentieren kann?“ Nur weil man ein ‚toxisches Gen‘ implantiert? Dass sei so, als würde man einen Stuhl in ein Gebäude bringen und dann behaupten, man habe das Gebäude nunmehr neu kreiert und habe deshalb das Anrecht, sich Architekt und Eigentümer des Gebäudes zu nennen.

Ihr angestrebtes Ziel lautet: „Reclaim The Commons“. Also die Allgemeingüter zurückverlangen bzw. zurückgewinnen. Nicht einfach zuzusehen, wie unsere Zukunft von einer Handvoll Großkonzernen zunichte gemacht wird. Biodiversität spielt hierbei eine zentrale Rolle. Saatgut ist unsere Zukunft. Und es ist an uns, herauszufinden, wie man Ressourcen gemeinsam nutzt, so dass sich Reichtum und Fülle ergibt – nicht Ausrottung. Viele Menschen konnten nach dem Tsunami 2004 nur überleben, weil Saatgutbanken, die sich NICHT in M0nsant0s Händen befanden, nach der Überschwemmung der Äcker salzwasserresistentes Saatgut an die Bevölkerung verteilte.

M0nsant0 hat sechzig Saatgutfirmen allein in Indien aufgekauft. Man muss kein Einstein sein, um sich die Konsequenzen auszumalen, die uns drohen, wenn sich ihnen keiner in den Weg stellt. Das Bienensterben ist hierbei erst der Anfang.

Wer sich weiter informieren möchte, sollte sich einmal bei save our seeds umschauen. Denn nicht nur in Indien geschehen diese Dinge. Die EU steuert auf eine Gesetzgebung hin, die – man höre und staune – sogar eine „Saatgutpolizei“ vorsieht… Noch ist es vielleicht nicht zu spät, eine Wende zu bewirken.

:o)

Unser Hamburg, unser Netz

In der Vergangenheit hatte ich ja schon mehrfach über Unser Hamburg, unser Netz berichtet. Nun befinden wir uns sozusagen in der heißen Phase: es gilt, Unterschriften für das Volksbegehren zu sammeln! Alle nötigen Infos gibt es hier.

Die Preise in Berlin sind übrigens – huch, wie überraschend – nach der Privatisierung der Wasserwerke um 25% gestiegen.
Außerdem sollte man sich fragen, ob es sinnvoll ist, die Versorgung mit dem einzigen Gut der Welt, ohne dass der Mensch keine 72 Stunden überleben kann, irgendwelchen Privatinvestoren/Hedgefonds zu überlassen. Nur mal so nebenbei.

Wasser = Leben ♥

*** edit ***

Sorry, mir war so gewesen, als wäre es in den Anfängen von unser Hamburg, unser Netz auch noch um die Versorgungswege in Bezug auf Wasser gegangen. Entweder habe ich mich hier getäuscht, oder die Gruppe hat sich in dem Bürgerbegehren „Keine Privatisierung gegen den Bürgerwillen“ verselbständigt.
Unser Hamburg, unser Netz bezieht sich (inzwischen) auf Strom-, Gas- und Fernwärmenetze.

Hier nochmal ein wenig Lektüre zu diesem Thema:
Jargon der Wirtschaftlichkeit – Acht Thesen gegen die Privatisierungsideologie

Sollen Heilkräuter nun verboten werden?

Wie immer herrschen im Internet so viele diverse Meinungen, dass man leicht verwirrt werden kann. So weit ich es verstehe, werden Heilkräuter per se nicht verboten (zumindest die meisten nicht). Allerdings werden die Barrieren, Kräuter als Medizin deklarieren und verkaufen zu dürfen, drastisch erhöht.
Die neuen Verfahren zur Zulassung sind dermaßen kostspielig, dass viele Kleinunternehmer und mittelständische Unternehmen vor dem Aus stehen. Die Pharmaindustrie – auf deren Lobbyarbeit hin die neue Regelung in Kraft tritt – finanziert die neuen Zulassungs-Kosten aus der Portokasse und ist somit klar im Vorteil.

Betroffen sind zum Beispiel auch jene Kräuter, die bei der Traditionellen Chinesischen Medizin schon seit Jahrtausenden angewandt werden. Somit möchte man meinen, eine erneute Prüfung auf Zulassung könnte überflüssig sein…

Man sollte die Lobbyarbeit der großen Konzerne zur Gewinnmaximierung und gleichzeitigen Vernichtung des kleinen Unternehmertums nicht kritiklos hinnehmen. Fast schon grundsätzlich nicht. Aber das ist meine Meinung, und die muss nicht jeder teilen. Wer der EU jedoch kundtun möchte, dass er die neue Regelung für falsch hält, kann dies tun, indem er diese Petition unterstützt. Hierfür bleiben noch zwei Tage Zeit.

*** edit ***

Hier nochmal ein Artikel zu diesem Thema, der u.a. auch die oben genannte Petition eher kritisch beleuchtet: DIE EU RICHTLINIE THMPD
Es ist sehr wichtig, sich nicht verrückt machen zu lassen – egal, von welcher Seite. Man sollte sich seine Meinung bilden, nachdem man mehrere Quellen zu Rate gezogen hat. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass die eingeschlagene Richtung kritisch betrachtet werden muss. Heilpflanzen und Heilkräuter werden seit Tausenden von Jahren angewendet und haben sich auf empirische Art und Weise ihren Platz in der Medizin gesichert. Und es ist sicherlich kein Zufall, dass jetzt – wo viele Menschen sich wieder auf die Natur sozusagen zurückbesinnen – diese neue Richtlinie angestrengt wird. Das geschieht nicht, um uns zu schützen, sondern das Kapital und den Ertrag der Industrie. So sehe ich das.

Insbesondere, da viele zugelassene Medikamente dennoch unerfreuliche bis tödliche Nebenwirkungen haben. Meist ohne Konsequenzen.

Bis zu 25.000 Todesfälle durch Medikamente
Wenn Medikamente gefährlich werden
Pille mit schweren Nebenwirkungen

Mietenwahnsinn

Einen recht interessanten Beitrag zum Thema Mietpreisexplosion hat arte am
17. April 2011 ausgestrahlt. Aufmerksam darauf geworden bin ich durch den Gentrification Blog. Die ersten paar Minuten der Sendung handeln von Hamburg. Außerdem geht es um Paris bzw. Frankreich und andere europäische Länder mit ähnlichen Problemen. Beispiel Paris: 12 qm mit Klo auf dem Hausflur = 800 EUR. Eine Entwicklung, auf die wir – auch wenn das immer keiner hören geschweige denn glauben will – auch zusteuern.

Guckst Du :o)

arte YOUROPE: Wie wohnen junge Europäer?

Ich bin für Vielfalt

Über die Initiative

Vielfalterleben ist eine Initiative für mehr Vielfalt und gegen Gentechnik auf dem Acker und in unserem Essen. In unserem Bündnis haben sich Partner aus den Bereichen Umwelt- und Verbraucherschutz, Landwirtschaft, Lebensmittel-Verarbeitung und Handel zusammengeschlossen. Mit gebündelter Energie wenden wir uns zusammen mit den Verbrauchern direkt an die Verantwortlichen in der Politik. 

Die moderne Agrarindustrie ist von Monokulturen, Sorten-Einfalt und dem Einsatz von Gentechnik geprägt. Das bedroht nicht nur unsere Ökosysteme, die Vielfalt und die Existenz einer nachhaltigen Landwirtschaft. Auch unsere Wahlfreiheit als Verbraucher wird dadurch zunehmend eingeschränkt, insbesondere durch die Ausbreitung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO).

Mitmachen ♡

Atomkraft – nein danke?

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich nicht so recht weiß, was ich von den jetzigen Diskussionen zum Thema Atomkraft zu halten habe. Anstatt sich in diesem Moment über die hiesige Atompolitik zu streiten, wäre es unter Umständen angebrachter, die Japaner mit positiven Gedanken und/oder Gebeten zu unterstützen.

Ja, auch ich bin gegen AKWs und war u.a. bei der Menschenkette 2010 dabei. Aber wenn ich sehe, dass bei facebook plötzlich zig Leute ein „Atomkraft – nein danke!“ Logo in ihr Profil einbinden, weil irgendein Schlaumeiner nach Fukushima dazu aufgerufen hat, krieg ich ’ne Krise. Denn ich möchte wetten, dass mindestens die Hälfte dieser Mitläufer ihren Strom bei „den großen Vier“ beziehen. Frei nach dem Motto: Atomkraft? Wieso… mein Strom kommt aus der Steckdose.

Was ich mir wünschte, wäre ein Moratorium.
Und zwar des Streits und des Wahlkampfgeschwafels… und der Mitläuferei.


Atomausstieg selber machen

Gentechnik nun im Futtermittel erlaubt

Heute nachmittag hat das Kommitte für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit den Vorschlag der EU-Kommission angenommen, künftig Futtermittel in die EU einzuführen, die mit bis zu einer Promille mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) ohne Zulassung in der EU kontaminiert sind. Am Ende war die Futtermittellobby erfolgreich, die seit Jahren darauf pocht, ihre Transportwege nicht gentechnikfrei halten zu müssen. Frau Aigner hat das Versprechen ihrer Partei, für eine Landwirtschaft ohne Gentechnik einzutreten, in Brüssel missachtet.

Campact.de
Vielen Dank, Frau Aigner, dass Sie – wie ungewöhnlich für CDU/CSU – der Lobby den Allerwertesten küssen. Und wenn es demnächst wieder irgendwelche Lebensmittelskandale gibt, will’s wieder keiner gewesen sein… Was für eine Schande.

CDU sucht Schuldigen für Wahl-Desaster

Dass die CDU bei der gestrigen Wahl in Hamburg eine solche Schlappe hinnehmen musste, soll eine gründliche Analyse zur Folge haben. Natürlich wurde direkt im Anschluss an die Ergebnisse bereits angedeutet, dass im Grunde die Koalition mit den Grünen der Anfang vom Ende war. Man hätte zu große Zugeständnisse an den kleinen Koalitionspartner gemacht, und damit seine Wähler vergreult.

Ich denke: die Schlappe hat wohl eher etwas hiermit zu tun ↓

Oder mit dem Umbau von Ahlhaus‘ Villa für geschätzte eine Million Euro?

Oder dem HSH-Nordbank Debakel?

Oder der Tatsache, dass im Winter vorzugsweise vor Häusern von CDU-Politikern (Berndt Röder) gestreut wird, während der Rest Hamburgs im Chaos versinkt?

Oder die doch eher konservativen CDU-Wähler waren not amused, dass Ole von Beust einen Teenager zum Lover hatte. Kann ja auch sein!

Was mit Finanzsenator Frigge (CDU) und Thorsten Kuhlmann (CDU) los war, darf jeder selber lesen – siehe hierzu unten.

Meine Meinung ist: wer es nicht einmal schafft, genügend Wohnraum für seine Bürger zu gewährleisten, sondern stattdessen in Prestigeobjekte investiert (oder in Politikervillen und marode Banken), der sollte demütig dafür danken, dass er es über die 5%-Hürde geschafft hat. Als guter Christ…demokrat…

Artikel zu diesem Thema:

https://buddelschiff.wordpress.com/2010/04/30/tanz-in-den-mai-ziere/

https://buddelschiff.wordpress.com/2010/05/28/ein-richtfest-fur-die-elbphilharmonie-ah-disharmonie/

https://buddelschiff.wordpress.com/2010/05/09/hausdurchsuchung-bei-hamburgs-finanzsenator-carsten-frigge-cdu/

http://www.abendblatt.de/hamburg/kommunales/article1712727/CDU-sagt-Vernehmung-von-Nonnenmacher-ab.html

Hamburg wählt

Okay, ich gebe zu ich habe mich noch nicht mit den 3.000 Zetteln befasst, mit denen ich 20 Kreuze abgeben lernen soll. Mit anderen Worten: ich weiß zwar, wen ich wählen will, aber nicht WIE. Macht ja nix, ist ja noch ein bisschen Zeit. Außerdem ist es sowieso fast egal, welche Pappnase man wählt, oder? Wobei, dass die CDU gar nicht geht, dürften inzwischen alle gemerkt haben.

Falls jemand noch nicht wissen sollte, WEN er wählen möchte, den könnte folgende Aufstellung – von attac zusammengetragen – interessieren. Hier werden DIE LINKE, GAL, SPD und CDU in Hinblick auf folgende Themen verglichen: Klima- und Umweltschutz, Elbvertiefung, Energienetze, Verkehr, Umweltzone/Citymaut sowie Energieeinsparung bei Gebäuden.

Den Wahl-o-Mat habe ich auch schon bemüht. Mir hat er allerdings nicht groß weitergeholfen. Und die doppelt verneinte Fragestellung hat mich ehrlich gesagt etwas an den Machern dieses Teils zweifeln lassen. Allerdings steht meine Entscheidung ohnehin schon fest, also will ich mich mit derlei Zeitvertreib auch gar nicht weiter aufhalten.

Wer sich bisher noch überhaupt nicht mit dem Thema Wahl auseinandergesetzt hat, der sollte womöglich langsam damit anfangen… ihr wisst ja: wer nicht wählt, darf hinterher nicht meckern 😉 Oder – wie Platon so schön sagte:
Diejenigen, die zu klug sind, um sich in der Politik zu engagieren, werden dadurch bestraft, dass sie von Leuten regiert werden, die dümmer sind als sie selbst.
Also: am besten selbst aktiv werden.

Bald gibt’s dann wahrscheinlich auch bei uns ganz moderne Nacktscanner Wahlmaschinen… Viel Spaß beim Schauen und – go vote!

Tipps zur Wohnungssuche in Hamburg…

Heute gibt es Tipps zur Wohnungssuche im Hamburger Abendblatt!

Nachdem noch kurz solche Kuriositäten dort zu finden sind: „Der Wohnungsmarkt ist zwar angespannter als noch vor einigen Jahren, eine Wohnungsnot haben wir aber nicht“, sagt Helma Krstanoski, Sprecherin der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, geht es munter weiter mit super Tipps von Frau Caroline Ritgen. Grundsätzlich rät sie einem, in WGs zu ziehen, statt nach eigenen Wohnungen zu suchen. Dieser Tipp ist besonders hilfreich für Familien; wenn man’s genau nimmt extrem hilfreich für alle Wohnungssuchenden jenseits des 25. Lebensjahres.

Weiterhin gibt sie einem gute Tipps, wie man erfolgreich in eine WG aufgenommen wird. Ich zitiere:

Vom Suchen und Finden der Bleibe: Winterhude

Wer sich um ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft bewirbt, muss häufig eine E-Mail an die potenziellen Mitbewohner schicken und sich vorstellen. (…) Zur Begrüßung kommt in der Bewerbung ein norddeutsches „Moin“ vielleicht besser an als ein „Servus“ oder „Grüß Gott“.

Wow. Keine Ahnung, wo sie DIE ausgegraben haben. Die Idee von WGs für Studenten und junge Singles ist ungefähr so neu wie… Methusalems Bart. Insbesondere in Hamburg. Und dass man in Hamburg mit „Servus“ und „Grüß Gott“ niemanden hinter’m Ofen hervor lockt, dürfte höchstens der Autorin dieses Artikels als News vorkommen. Ich möchte meinen Allerwertesten darauf verwetten, dass sie nicht mal ein halbes Jahr hier in Hamburg weilt.

Tatsache ist jedenfalls, dass die CDU – nach Ablösung der SPD in Hamburg vor ca. 10 Jahren – die Stelle des Wohnungsbaubeauftragten ersatzlos gestrichen hat. DAS sind doch mal erwähnenswerte Fakten.

Nun, immerhin wurde in dem Artikel erwähnt, dass nach Angaben des DMB der Stadt schätzungsweise 40 000 Wohnungen fehlen… ein Wermutstropfen.

Das Löschen von Internet-Archiven

Ich bin erst heute darüber gestolpert, dass seit Ende letzten Jahres die Archive der Öffentlich-rechtlichen nach kurzer Dauer wieder gelöscht werden müssen. Der Rundfunkänderungsstaatsvertrag macht’s möglich.

Jörg Sadrozinski, Redaktionsleiter tagesschau.de: „Wir mussten mehr als 270.000 Videos aus unserem Angebot herausnehmen. Mehr als 250.000 Texte. 25.000 Audios.“

Es lebe die Demokratie! Zumindest so lange, bis sie privat-wirtschaftlichen Interessen im Wege steht…