In eigener Sache: Petition zu Vermieter-Mobbing

Ich finde, manchmal kann man auch mal über Politik reden. Oder – noch besser – mitwirken und vielleicht sogar etwas zum Besseren verändern. Habt ihr Lust?
Dann schaut doch mal hier vorbei. Halte ich für absolut unterstützenswert!

https://www.openpetition.de/petition/online/vermieter-mobbing-endlich-als-straftat-anerkennen

Wie der Titel schon verrät, geht es darum, Mobbing (in diesem Falle durch den Vermieter) zu einer Straftat zu machen.
Bisher ist der Mieter diesem schutzlos ausgeliefert. Es gibt keinerlei Handhabe. Dies soll sich ändern 🙂

Hamburgs Mieter fordern: stoppt den Mietenwahnsinn

Die Zeit fliegt, wie immer, und es ist schon wieder Wochenende!

Da ich sehr wahrscheinlich arbeiten muss, habe ich mich nicht wirklich damit befasst, was in Hamburg so ansteht. Lediglich eine Sache würde ich euch gern ans Herz legen:
die Demo „Keine Profite mit der Miete – Die Stadt gehört allen“.
Ein Auszug aus dem Aufruf der Organisatoren

Der Mietenwahnsinn ist längst nicht mehr nur ein Problem bei Wohnungsmieten. Auch zahlreiche Gewerbetreibende können die explodierenden Mieten nicht mehr zahlen. Bekleidungsketten und Discounter verdrängen die letzten Gemüseläden und Eckkneipen.

Besonders fatal ist allerdings: Immer mehr Menschen finden in Hamburg überhaupt keine Wohnung mehr! Der Senat unternimmt nichts. Er lässt zu, dass im vergangenen Jahr über 1500 Zwangsräumungen durchgeführt wurden.

Aber dass die Mietzustände in Hamburg unhaltbar sind, wissen wir ja alle – auch dass die Makler sich aufgrund dieses Zustandes eine goldene Nase verdienen. Mal sehen, wieviel Zeit die SPD noch verstreichen lässt, bis sie z.B. das Besteller-Prinzip endlich durchsetzt. Danach muss derjenige den Makler zahlen, der ihn verpflichtet hat. Was zum Großteil die Verwalter/Besitzer der Immobilien sind. Immerhin wäre das EIN Schritt in Richtung gerechte Politik. Im Übrigen ist es nicht so, dass keine Wohnungen gebaut würden. Um mich herum sprießen seit Jahren neue Prachtbauten wie Pilze aus dem Boden! Schade nur, dass es zu 98% Eigentumswohnungen sind – und zwar solche, die für Normalverdiener nicht erschwinglich sind. Dafür aber mit schönen Namen locken. Loft. Palais. Residenz. Höfe und Parks. Hach… wenn es nicht so scheiße unschön wäre, könnte man ins Schwärmen kommen.

Fakt ist jedenfalls: wir brauchen dringend Wohnraum. Und zwar bezahlbaren!

Naja. Und um den ganzen Prozess eventuell ein wenig zu beschleunigen, erscheint doch am besten möglichst zahlreich und friedfertig um 14 Uhr am Millerntorplatz. Keine Böller, please. Peace.

Mietenwahninn Hamburg

Jeder nur EIN Kreuz…

Ich möchte dem Herrn ja fast zustimmen… ABER: es wird nunmal Morgen hier in Hamburg auch über die Zukunft unserer Netze entschieden. Und es ist von immenser Wichtigkeit, dass DAFÜR gestimmt wird.  Natürlich kann ich euch jetzt mit Statistiken zu Tode langweilen – aber es gibt ja das Internet und ihr könnt euch alle relevanten Daten selbst erarbeiten.

Es reicht eigentlich, Folgendes zu fragen: wenn die Netze angeblich sooo unlukrativ sind, warum hat Vattenfall dann Unsummen ausgegeben, um das Volk gegen den Rückkauf zu beeinflussen? Warum der Kampf?

Zweitens: Energie- und Wasserversorgung sollte nie in private Hände gehören. NIE, NIE, NIE. Jetzt, da das Öl in absehbarer Zukunft aufgebraucht sein wird – und damit auch die Abhängigkeit davon! – werden alternative Wege beschritten. Unsere Zivilisation ist von Energie abhängig. Viel mehr noch: von Wasser! Kein Wunder, dass private Hedgefonds sich gierig die Hände lecken, bei dem Gedanken, eben jene Netze zu besitzen.

Also, liebe Hamburger: geht Morgen ins Wahllokal und sagt „JA“ zum Rückkauf der Netze und damit nein zur ewigen Abhängigkeit.

Knapp 1.000.000 m² Büro-Leerstand in Hamburg

Wer sich für das Thema Büroleerstand – in Zusammenhang mit der immer präsenten Wohnungsknappheit hier in Hamburg – interessiert, der sollte sich heute Abend im Münzviertel einfinden. Genauer gesagt im Food Coop
Tante Münze.

Das Motto dort ab 20 Uhr: Zuhören – Mitreden – Bauch vollschlagen!

FoodCoop Tante Münze
Norderstraße 71
Münzviertel

zoom OUT
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Nachtrag zu ‚Aprilscherz?‘

Wasser ein Menschenrecht?

Ich habe nun nochmal geschaut und habe Folgendes nachzutragen –

Die Kernforderung vom 26.02.2013 lautete:

II. Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf,
1. den Vorschlag für eine Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über die Konzessionsvergabe im Rat der Europäischen Union abzulehnen;
2. sollte eine Verhinderung der Richtlinie keinen Erfolg haben, zumindest darauf hinzuwirken, dass die Wasserversorgung vom Anwendungsbereich der
Richtlinie ausgenommen wird und stattdessen den Forderungen der Europäischen Bürgerinitiative „Wasser ist Menschenrecht“ Geltung verschafft wird;
3. jetzt, wie in der Zukunft, alle Versuche abzuwehren, rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die zu einer Liberalisierung oder Privatisierung der Wasserversorgung führen können.

Die pdf mit dem vollen Text inklusive Begründung findet ihr hier.
Wer sich weiter über das Thema informieren möchte, kann dies u.a. hier tun
NDR Beitrag „Wem gehört das Wasser?“

ARD Monitor „Geheimoperation Wasser

Leider ist das Prinzip, öffentliche Netze an dubiose internationale Hedgefondgesellschaften zu verscherbeln, nichts Neues. Schon geschehen mit unseren Stromnetzen. Hierzu hat es bereits eine Petition gegeben, die erfolgreich war und so kommt es bei der Bundestagswahl im September – trotz Verfassungsklage und massiver Gegenwehr der CDU – zu einem Volksentscheid. Den hoffentlich alle Hamburger unter euch unterstützen werden (wehe, wenn nicht ,-))).

Wir leben in einer Zeit, die viele Möglichkeiten birgt. Wir müssen nur lernen, dass wir alle einen Teil der Verantwortung tragen. Ganz wichtig! Dies ist sicher kein Grund, zu verzagen. Au contraire, mes amies.

Unser Hamburg, unser Netz

EU Petition: Wasser ist ein Menschenrecht

Aprilscherz?

WTF
Ja, ich weiß: unbequemes Thema. Dennoch…

Worum geht es? Um die Frage, ob Wasser ein Menschenrecht ist. Das Ergebnis ist erschütternd. EIN Mitglied unserer christlichen (!) Partei hat mit „Ja“ abgestimmt. Die SPD hat 145 von 146 Stimmen verschenkt – und die übrige Stimme hat ein „Nein“ hervorgebracht. Die FDP hat ebenfalls null „Ja“ Stimmen.

Tja.

Ich für meinen Teil wußte vorher schon, welche Parteien für mich unwählbar sind. Das wurde durch dieses Ergebnis lediglich untermauert. Ein Trauerspiel!

Wer sich mit diesem Schund (sorry) nicht zufrieden geben möchte, kann natürlich selber abstimmen. Den Link findet ihr in meiner Seitennavigation oder hier.

Und wenn ihr unterschrieben habt, genießt die Sonne und den restlichen Feiertag! ♡

Kein Wässerchen trüben

Ich gehe mal davon aus, dass eure Strom-/Energiepreise dieses Jahr auch gestiegen sind? (Mal wieder…)
Tja, dazu möchte ich – sehr plump und plakativ, da krank – Folgendes sagen: was erwartet man, wenn man die Stromversorgung privatisiert? Warum privatisiert man überhaupt Teile unseres Lebens, von denen wir absolut abhängig sind. Und wozu haben wir als Steuerzahler eigentlich die Netze damals mitfinanziert?
Was mich bei den Stromnetzen schon mehr als irritiert, erstreckt sich aber leider auch auf die Wasserversorgung. Was hierbei noch schlimmer ist: Ohne Strom kann man – zumindest theoretisch – noch leben. Aber ohne Wasser?

Schon seit Monaten frage ich mich, wann und wo wohl die Grenze erreicht sein wird. Wann ist der Punkt erreicht, an dem die Menschen aufstehen und sagen: es reicht. Bis hierhin und nicht weiter.

Nun, ich hoffe inständig, dass die Privatisierung des Lebensmittels schlechthin diese Grenze darstellt.
Und bitte euch, diese Petition zu unterzeichnen.

http://www.right2water.eu/de

Do it again, Barack Obama!

Oha.

Tja, mal sehen was er diesmal kann. Schade, dass die Strippenzieher im Hintergrund eh immer dieselben bleiben…

...Fortsetzung folgt

Ganz so knapp wie vorhergesagt war es wohl doch nicht, denn schon vor Auszählung der letzten Staaten führt Obama eindeutig:

Also ist klar, dass er Präsident der Vereinigten Staaten bleibt und dass Romney mit seinen politischen Zielen nicht durchdringen konnte.
Besser ist das auch 😉

Ursprünglichen Post anzeigen

Wenn der Drucker streikt…

… könnte das unter Umständen an geplanter Obsoleszenz liegen. Obsole-was? Tja, guckst Du hier!

Mein Drucker jedenfalls hat beschlossen, sein Leben äußerst lautstark auszuhauchen. Deshalb sind wir auf das Video gestoßen, welches wirklich sehr interessant und aufschlussreich ist. Unbedingt mal anschauen!

Makler gefällig?

Ich hätte es nie zu hoffen gewagt, dass dieser Tag noch einmal kommen würde: Der Tag, an dem sinnvolle Gesetze erlassen werden (sollen). Kneif mich bitte jemand, mir dünkt, ich träume! Künftig sollen die Maklerkosten nach dem sogenannten Bestellerprinzip geregelt werden, das in der gesamten restlichen Privatwirtschaft selbstverständlich ist. So der Spiegel online. Soll heißen: derjenige, der den Makler explizit beauftragt, der trägt auch die Kosten – also die Courtage.

Endlich! Wenn ihr wüsstet, wie lange ich schon darüber nachgedacht habe, eine Petition in genau dieser Angelegenheit einzureichen. Denn ich kenne diese unsägliche Praxis nur aus Deutschland. In anderen Ländern ist es keinesfalls normal, dass der Mieter die Maklergebühr zahlt. Ist doch eigentlich auch vollkommen absurd. Insbesondere, wenn ein derartiger – von der Politik (hallo CDU) verursachter – Wohnungsmangel wie hier in Hamburg herrscht. Es fehlen mal eben so circa 50.000 Wohnungen.

Wie reagieren die Vermieter-Verbände auf die Diskussion? Na, indem sie drohen: „dann erhöhen wir die Miete!“ Als ob sie das nicht sowieso die ganze Zeit tun… außerdem können die ihre Wohnungen doch selbst vermieten. Halb Hamburg ist auf Wohnungssuche. So schwer kann das nicht sein, einen Mieter zu finden. Schild ins Fenster und los geht’s. Achja, die armen Vermieter. Haben’s schon schwer. Und die Makler erst. Vor allem die, die sich zusätzlich zu ihrer Courtage noch fürstlich bestechen lassen, damit sie einem die Wohnung vermieten. Woher ich das weiß? Hab’s erlebt. Selbst ein Anwalt hat mir schon geraten, die Makler zu bestechen, wenn ich eine Wohnung haben will. Nur so würde das laufen. Und überhaupt, wie naiv ich denn bitte sei.

Nun, die SPD jedenfalls ist für eine Regelung gemäß dem Bestellerprinzip. Die CDU möchte – wie zu erwarten – nicht mit sinnvoller Politik ihre Zeit verschwenden und ist dagegen. Als guter Christ weiß man schließlich: das Leben ist eine einzige Ansammlung von Qualen – und da gehört das Zahlen von Courtage nunmal dazu.

SPD-Bundesländer wollen Vermieter Maklergebühren zahlen lassen

Bundesrat-Mehrheit für Neuregelung der Maklergebühren wahrscheinlich

argh…

Ab dem 01.08.2012 ist es nicht mehr ausreichend, nur „Bestellen“-Buttons in seinem Online Shop zu haben. Nein. Auf den Buttons muss ab dann stehen: „Kostenpflichtig bestellen“ oder „Zahlungspflichtigen Vertrag schließen“. Naja, „Kaufen“ ist immerhin auch noch eine Option…

Muss man sich im Leben eigentlich immer an den Grenzdebilen orientieren? Ist es nicht ausreichend, dem Kunden vor Abgabe der Kaufabsicht die gewünschten Artikel noch einmal genau aufzulisten, inklusive Steuern und Versand, und dann noch den AGB zustimmen zu lassen (wo im Übrigen auch nochmal drinsteht, dass man durch Anklicken des „Bestellen“-Buttons einen rechtsgültigen Kaufvertrag abschließt)?

Müssen jetzt demnächst die Kassierer/innen im Supermarkt die Kunden darauf hinweisen, dass, wenn wir Waren auf das komische, sich bewegende schwarze Gummitransportband legen und sie anschließend vom Personal über den nervig piepsenden, komisch rot blinkenden Apparat gezogen werden – dass man dann im Begriff ist, diese Waren käuflich zu erwerben?

Wie bescheuert kann man sein? Ganz ehrlich: wenn jemand nicht begreift (nachdem man ihm alle von IHM in den Warenkorb gelegten Waren noch einmal auflistet inkl. aller Nebenkosten und ihm die Zustimmung zu den AGBs abgeben lassen hat), dass er bei Klicken des Bestellen-Buttons eben diese Waren kauft… also… der sollte sowieso als nicht geschäftsfähig klassifiziert werden. Und von mir aus auf eine einsame Insel verschifft werden, zusammen mit den restlichen Vollidioten dieser Welt.

Was müssen die Online Shop Betreiber also tun? Tja, die meisten Buttons sind im Shop implementiert. Es handelt sich um kleine Grafiken. Was wiederum heißt, dass man einen Heidenaufwand betreiben muss, um dieser ButtonBekloppten-Lösung nachzukommen…

Dazu fällt mir nur noch ein: ARGH. Oder: This is broken!

Seth Godin und sein Vortrag This is broken! bei TED. (Leider wie so viele gute Sachen auf Englisch, sorry. Ab Minute 2:50 wird’s interessant .o)

Geistiges Eigentum

Dieser Artikel dümpelt als Entwurf schon seit einiger Zeit in meiner Artikelliste. Aufgrund der aktuellen Debatte werde ich ihn nun mal an die Luft setzten. Also:

Unsere Regierungen verhökern unser geistiges Eigentum nach China, als gäbe es kein Morgen; wohlwissend, wie dort damit umgegangen wird.

Wir verkaufen Waffen an Länder, für deren Führung das Wort dubios ein Kompliment ist.

Steuerhinterzieher werden vorgewarnt und gehen bei Selbstanzeige straffrei aus.

Umweltsünder werden mit Verschmutzungsrechten beschenkt.

Aber wenn ein Kind von 12 Jahren einen Musiktitel iIIegal runter lädt, muss es 250.000 Dollar Strafe zahlen. Was, wenn es in die Mall gegangen wäre, und dort eine CD geklaut hätte – mit sage und schreibe zehn Liedern drauf? Hätte das Kind dann zweieinhalb Millionen Dollar Strafe zahlen müssen? Wohl kaum.
Was sagt uns das?

Das Internet ist das einzig wirklich demokratische Mittel, welches die Menschheit derzeit besitzt. Die Frage ist nur: wie lange noch?

Alleine den Ausdruck geistiges Eigentum halte ich für gewöhnungsbedürftig. Mir ist nicht wohl dabei, wenn das Wort Geist und das Wort Eigentum eine Beziehung miteinander eingehen. Meiner Meinung nach ist dieser Ausdruck gar ein Oxymoron.

Dem muss ich wohl hinzufügen, dass ich noch zu den Dinosauriern gehöre, die sich CDs kaufen… und nicht nur deshalb finde ich großen Gefallen an folgendem „Interview“ mit Sven Regener zum Thema geistiges Eigentum (audio):

Sven Regener: …wir machen keine Verträge… wir gehen auch keine Geschäftsbeziehungen mit Plattenfirmen ein, weil wir DOOF sind oder aus Chi-chang-doodle oder so oder weil wir was zu verschenken haben, sondern weil wir sonst unsere Musik nicht machen können. Und mein Problem, was ich dabei habe, ist, man wird uncool wenn man sagt hier Urheberrecht und so. Aber es wird so getan, als wenn wir Kunst machen würden als exzentrisches Hobby. Und das Rumgetrampel darauf, dass wir irgendwie uncool seien, wenn wir darauf beharren, dass wir diese Sache geschaffen haben, ist im Grunde genommen nichts anderes als dass man uns ins Gesicht pinkelt. Und sagt: euer Kram ist eigentlich nichts wert, wir wollen das umsonst haben. Wir wollen damit machen können, was wir wollen. Und wir scheißen darauf, was Du willst oder nicht. Eine Gesellschaft, die so mit ihren Künstlern umgeht, ist nichts wert. Das einzig Wahre am Rock’n Roll ist, dass wir jede Mark, die wir bekommen, selber verdienen. Die bekommen wir von Leuten, die sagen: ja, das ist mir das wert. Ich gebe 99 cent aus für dieses Lied. Das ist die Idee dabei. Das macht den Rock’n Roll groß. Alles andere ist Subventionstheater, ja? Alles andere ist Straßenmusik. Aber ich möchte kein Straßenmusiker sein. Und es ist halt eine Frage des Respekts und des Anstands – muss ich mal ganz ehrlich sagen. So wie es ’ne Frage auch des Respekts und des Anstands ist, nichts im Supermarkt zu klauen, selbst dann, wenn man wüsste, dass man nicht erwischt würde. Solange das funktioniert, ist das gut, wenn das nicht funktioniert, müssen wir uns natürlich andere Wege überlegen, wie wir unsere Platten produzieren, oder eben auch nicht. Denn zu glauben, man könne auf Plattenfirmen verzichten und dann würde man sozusagen trotzdem noch dieselbe Art von Musiklandschaft vorfinden, wie wir sie eigentlich jetzt haben – oder sagen wir mal vor zehn Jahren hatten – das ist ein großer Irrtum. (…)
Und was wir zum Beispiel im Augenblick haben, diese Sache mit youtube, ja, da muss man mal ganz klar irgendwie die Fronten klarmachen, youtube gehört Google. Das ist ein milliardenschwerer Konzern, die aber nicht bereit sind, pro Klick zu bezahlen. Nun hat aber weder youtube noch Google uns irgendwas zu bieten, AUSSER was andere Leute geschaffen haben und da reingestellt wird. Und da sind wir gerade an dem Punkt, wo die Musiker sagen und die GEMA sagt – und die GEMA sind wir letztendlich, das sind die Komponisten und Textdichter – und wir sagen NEIN. Für dieses Geld kriegt ihr unseren Kram nicht. Und wir sehen nicht ein, dass Milliardengeschäfte gemacht werden, auch mit Werbung in diesem Bereich, ja, und wir kriegen davon nichts ab. Wir sind sozusagen die Penner in der letzten Reihe. Das ist ’ne Unverschämtheit. Und da sollte sich jeder, auch junge Menschen, mal überlegen, ob er sich wirklich zum Lobbyisten von so’nem milliardenschweren Konzern wie Google machen möchte. Und das sind große Lobbyverbände, diese Internetfirmen, ja? Und viel stärkere, als zum Beispiel die Plattenindustrie. Und bringen jetzt als Hilfstruppen die ganzen Deppen da ins Spiel, die sagen:  „Warum kann ich denn das Video nicht auf youtube gucken?“ Ja, dann guck’s halt woanders! Ja? Unsere Videos kann mal alle bei element-of-crime.de gucken, da muss man nicht zu youtube gehen. Tut mir leid. Gibt’s halt nicht bei youtube. Bis die nicht bereit sind, dafür auch was zu bezahlen. Denn ein Geschäftsmodell, was darauf beruht, dass diejenigen, die den Inhalt liefern, nichts bekommen, das ist kein Geschäftsmodell, das ist scheiße, ja, und ansonsten können sich ja dann alle ihre Lieder von Kim Schmitz vorsingen lassen.

Erich Renz: Das ist ja eine ganz schön dezidierte Meinung, Herr Regener.

Regener: (lacht) Leider ist das nicht schön. Und das tut mir auch leid, dass ich jetzt so schwallartig hier runterkomme, aber mir steht’s wirklich bis hier, ich kann das alles nicht mehr hören. Ich kann vor allem die ganzen asozialen Leute nicht mehr hören, die immer sagen, ja, wieso, diese Künstler, die sollen … das sind ja sowieso alles N*tten wenn sie’s für Geld machen, ja, die Leute haben für alles Geld aber wir sollen es irgendwie umsonst machen. Was soll das? Auch der Begriff „Piratenpartei“ ist geistiges Eigentum und wenn ich Morgen hier ’ne Piratenpartei gründe, steht ’ne halbe Stunde später der Anwalt der Piratenpartei auf der Matte. So sieht’s nämlich aus. (…)

Ich persönlich schwanke. Kann mich nicht entscheiden. Wie immer im Leben ist es eine Gratwanderung. Und man sollte vermeiden, zu irgendeinem Extrem zu tendieren. Geistiges Eigentum in allen Ehren, aber auch hier wird Raubbau betrieben. In Florida verklagten Anwälte einen Kindergarten, weil deren Betreiber Mickey und Donald auf dessen Wand gemalt hatten…

*pfff*

Und Plattenfirmen sind – oder waren – auch nicht immer unbedingt die Unschuldslämmer. Von wegen Knebelverträge und so… Nur jetzt sind sie am A**.  Meines Erachtens aber nicht (nur), weil es das Internet gibt, sondern weil vielerorts nur noch Schrott produziert wird. Massenware ohne Seele. Von der Klangqualität mal ganz zu schweigen! (Stichwort: „loudness war“)

Im Radio laufen quasi von morgens bis abends nur ein Dutzend Songs. Rauf. Und runter. Da kriegt man höchstens einen zuviel – aber nicht die Lust, sich den Kram dann auch noch zu kaufen. Es gibt sooo viele vielversprechende Künstler, aber seit Jahren macht sich kaum eine Plattenfirma mehr die Mühe, Künstler aufzubauen. Künstler, die diesen Namen auch verdient haben. Ich rede nicht von den ganzen künstlich kreierten Eintagsfliegen, die von allen Seiten ausgelutscht werden, und dann als leere Hülle liegen gelassen werden. Teenie-Hype-Bullshit wie DSDS-Kandidaten oder sonstwie fabrizierte „Bands“ mit Namen wie Monrose oder ähnlichen Quark. Bro’Sis? Ääähm… nein, danke!

Ja, Musik hat einen Wert. Ich für meinen Teil denke so wie Nietzsche: Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum. Aber das Internet trägt nicht allein die Schuld daran, dass es der Musikindustrie so schlecht geht. Vielleicht war der Untergang vorprogrammiert. Und all das Untergangsgeschwafel, dass nur das Internet als Bösewicht ausmacht, dient m.E. einzig und allein der Rechtfertigung von ACTA. Oder ähnlicher Verkrüppelung des Internets und letztlich der Demokratie.

Weitere lesenswerte Links zu diesem Thema:

Interview mit Girl Talk

Good Copy Bad Copy

Wir sind Helden bei der Berliner Zeitung

Judith Holofernes fragt die Jugendredaktion: „Liebe Jugendredaktion: Die Musik­industrie geht den Bach runter, und viele sagen, dass Musik für die Jugend keinen Wert mehr habe. Und klar, wenn man sieht, wie viele Teenager das mickrige Gepupse aus ihren Handys für Musik halten, dann kann man das fast glauben. Auf der anderen Seite kann ich mir nicht vorstellen, dass Musik euch weniger bedeutet als mir früher. Musik zu lieben, liegt in unserer Natur. Was denkt Ihr, verliert die Musik an Wert, weil sie überall umsonst verfügbar ist?“

Günstige Wohnung zu vermieten

Na, hat nicht jemand Lust auf eine reizende kleine Wohnung (32 qm) in zentraler, gefragter und begehrter Wohnlage? Für schlappe 740 EUR Monatsmiete? Was, wieso denn nicht? Sind doch nur lächerliche 23,13 EUR pro Quadratmeter für eine Wohnung, die kaum Fenster, dafür aber viele Dachschrägen hat. Schnäppchen!

Schön auch, dass diese Art von Wohnraumschaffung staatlich gefördert wird…