Cupcake Event vs. Viertelfinale

Wenn man jemanden fragt, was er gestern von 16 bis 18 Uhr gemacht hat, wird die Antwort zu 98% lauten: ich habe das Viertelfinalspiel Argentinien : Deutschland gesehen.

Tja, ich gehöre zu den wenigen Ausnahmen, denn ich habe vor mehreren Wochen eine Karte für das Cupcake Event vom Hamburger Abendblatt gekauft. Preis: 35 EUR. Ich gebe zu, ich habe hin und her überlegt, ob ich dort hingehen oder doch lieber das Spiel sehen soll. Einer der Hauptgründe, warum ich zum Cupcake Event ging, war der, dass meine Nerven zum Zerreißen gespannt waren, und ich das Spiel wahrscheinlich nicht überlebt hätte (insbesondere bei der Hitze ;o)

Also begab ich mich gen 16 Uhr zum Café Flamant. Im Gepäck große Erwartungen an den angekündigten „exklusiven Workshop“. Am Eingang wurde ich darauf hingewiesen, dass Mr. Heiderer den Workshop auf Englisch halten würde, was mich eher freute, als abschreckte.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten, einen guten Platz im vollbesetzten Raum zu finden, setzte ich mich in die hintere Ecke, bei den Fenstern. Auf den Tischen stand Eiswasser (Gott sei Dank, denn Aircondition gab es anscheinend nicht) und nach kurzer Zeit gab es das Begrüßungsgetränk – einen Cosmopolitan. Welchen ich ausschlug, denn bei gefühlten 50°C wollte ich nicht unbedingt Alkohol trinken. Ersatzweise gab es eine große, leckere Cranberry-Schorle. So weit, so gut.

Der Workshop-Leiter, Mr. Heiderer, stellte sich vor und auf Anfrage taten dies auch ein paar der Teilnehmerinnen. Nachdem 90% der  sich bis dato vorgestellten Damen gesagt hatten, dass sie von Cupcakes (backen) keine Ahnung hätten, wurde die Vorstellrunde beendet und der Workshop – dann doch auf Deutsch – begonnen. Ich konnte es kaum erwarten und war wirklich sehr gespannt. Leider muss ich sagen, dass meine Erwartungen wohl ein wenig zu hoch geschraubt waren. Was ich dort sah, konnte mir leider keine neuen Einblicke in die Arbeitsweise eines Profis geben. Der Vortrag war etwas wirr bzw. wenig strukturiert und dass nun doch Deutsch gesprochen wurde, war für den Erzählfluss nicht unbedingt von Vorteil. Jedoch ist Mr. Heiderer ein sehr angenehm wirkender Mensch und seine wohl unfreiwillige verrückte Professor-Darbietung brachte ihm von meiner Warte betrachtet Sympathiepunkte. Auch der ‚Service‘ war sehr aufmerksam und freundlich.

Als Zwischendurch die Cupcake-Verpackung rumgereicht wurde – und dazu Buntstifte zum Bemalen derselben – wurde mir klar, dass ich mich nun einfach entspannen und die Hoffnung auf Profi-Tipps auf „exklusivem“ Niveau einstellen konnte. Später wurden die fertigen Cupcakes verteilt und wir durften sie mit Buttercreme und verschiedenen Toppings dekorieren.

Insgesamt muss ich sagen, dass ich es zum Teil bereut habe, die 35 EUR ausgegeben zu haben. Okay, das Spiel verpasst zu haben, war ein echter Wermutstropfen… vor allem, weil es SO EIN Spiel war! (Bei jedem Jubeln vor der Tür rief ich meinen Freund an, der mir den aktuellen Spielstand sagte und jedes Mal konnte ich es kaum fassen!! Auch wir Damen jubelten 😉

Im Preis inbegriffen war das Begrüßungsgetränk, Fingerfood, Wasser ohne Ende, verschiedene Kaffespezialitäten und natürlich die Cupcakes mitsamt Cupcake-Mitnahmeschachtel. Es war ein netter Nachmittag, insbesondere, da ich äußerst nette Sitznachbarinnen hatte (einen lieben Gruß, falls sie dies hier lesen :o) Aber gelernt habe ich, wie gesagt, nicht viel. Und da ich weder den Alkohol, noch den Kaffee (35°C und keine A/C) verzehrt habe, und ich ohnehin wegen anderer Schwerpunkte gekommen war, war ich schon ein wenig enttäuscht. Weiterhin kann ich nicht verstehen, warum seitens des Abendblattes dieses Event krampfhaft mit Sex and the City in Verbindung gebracht werden musste. Ich habe die komplette Serie rauf und runter geguckt und a) kann kaum eine der vier Frauen kochen, noch benutzen sie – typisch New Yorker! – überhaupt ihre Küche. Einzige Ausnahme dürfte Charlotte sein. Und b) spielen Cupcakes gar keine Rolle in der Serie. Einzig der gereichte Cosmopolitan kann als Parallele herhalten. Aber in diesem Falle hätte jede Cocktailbar mehr Anlass, mit Sex and the City zu werben…

Der Teig für die Cupcakes war im Übrigen bereits fertig und wurde nur vor unseren Augen aus seiner Plastik-Verpackung befreit. Auch das Frosting war zu 50% vorbereitet – beide Rezepte wollte man uns auf Nachfrage nicht verraten.

Die beiden mitgereichten Rezepte der Magnolia Bakery (ich habe sie bereits ausprobiert) sind okay – wenn auch leider unvollständig. Ich konnte das Rezept nur mit ein wenig Internet-Recherche und Erfahrung nachbacken… und hätte hierfür auch keinen Workshop benötigt. Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum die Ankündigung dieses Events vom Abendblatt bereits aus dem Archiv gelöscht wurde.

Fazit: wer einen 35 EUR „Ladies Afternoon“ mit sporadisch eingeworfener Eigenwerbung seitens des Gastgebers haben möchte, sollte sich das schöne Ambiente im Café Flamant nicht entgehen lassen. Diejenigen, die Hobby-Bäckerinnen sind, und hoffen, etwas Neues zu lernen, sollten das Geld lieber in gute Lektüre investieren.


7 Gedanken zu “Cupcake Event vs. Viertelfinale

  1. Kaoskoch schreibt:

    Danke für den Bericht!

    Da muss ich ja nicht traurig sein, dass ich beim ersten Termin arbeiten musste und vom zweiten Termin nichts wusste – das frisch geschenkte Hummingbird-Buch bringt mir sicher mehr.

    Waren die Cupcakes denn wenigstens lecker? Und welche Sorten gab’s?

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    • michaela schreibt:

      Gerne!
      Also, es gab Standard (Vanille) und Schoko Cupcakes mit verschiedenen Buttercremes – und geschmeckt haben sie. (Umso ärgerlicher, dass das Rezept top secret war… )
      Das Hummingbird-Buch sieht übrigens vielversprechend aus! Kommt gleich auf meine 3 km lange Wunschliste… ;o)

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  2. Emily schreibt:

    Sieht lecker aus, auch, wenn die Stimmung so la la war 😉 Ich wäre wohl auch hin und her gerissen gewesen. Und der Vergleich mit Sex and the City war sicher der Aufreißer. Ich hoffe, du kannst das Spiel morgen dafür genießen!

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  3. cutique schreibt:

    Hätte ich den Artikel in der Zeitung gelesen, wäre ich wahrscheinlich gleich wie du, gleich total aus dem Häuschen gewesen 🙂

    Ist ja wirklich schade, dass der Anlass nicht wirklich toll war…
    Wieviele Leute waren da denn so dabei?

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